Salbenküche - eine Tinktur herstellen

Heute möchte ich euch einen Einblick geben, wie man selbst gesammelte oder angebaute Heilpflanzen weiterverarbeiten kann und ihre Inhaltsstoffe verfügbar und haltbar machen kann.

Eine Möglichkeit ist es, eine Tinktur herzustellen.

Tinkturen können grundsätzlich aus frischen wie auch aus getrockneten Pflanzen hergestellt werden.
Man kann alle Teile einer Pflanze verwenden. Wurzeln, Blätter, Stängel und auch Blüten, selbst Harze sind möglich. Je nach Tinktur nimmt man meist nur einen bestimmten Pflanzenteil.
So wird Beinwelltinktur aus der Wurzel gemacht, Gänseblümchentinktur dagegen aus den Blütenköpfen.

Was ihr benötigt:
  • Pflanzenmaterial
  • ein weißes Schraubdeckelglas
  • Alkohol
  • Braunglasflaschen zum Abfüllen
  • Filterpapier oder ein sehr feines Tuch
Pflanzenteile, ein Glas und Kornschnaps,
mehr braucht es für den Anfang nicht
Zuerst säubert man die Pflanzenteile. Wurzeln müssen gut abgespült werden, Blütenköpfe können meist sofort verarbeitet werden.
Dann schneidet man die Pflanzen entsprechend klein. Auch hier gilt wieder: Wurzeln oder große Blätter werden kleingeschnitten, zarte Blütenköpfe können ganz bleiben. Ein Trocknen ist nicht erforderlich. Achtet aber darauf, dass das Material nicht zu nass vom Abwaschen ist.

Die Pflanzenteile werden in ein Glas gegeben...

... und mit Alkohol aufgegossen

Beschriftung nicht vergessen ;)

Nun gibt man alles in ein Schraubdeckelglas. Man füllt es ca. bis zur Hälfte mit Material. Bei zarten Blüten bitte nicht quetschen.
Dann gießt man das Glas bis zum Rand mit Alkohol auf. Alle Pflanzenteile müssen vollständig von Alkohol bedeckt sein.
Hat man weniger Pflanzen oder benötigt nicht so viel Tinktur auf einmal, nimmt man entsprechend weniger.
Das Ganze kommt dann an einen hellen, möglichst sonnigen Platz. Täglich schütteln, dabei darauf achten, dass sich kein Schimmel gebildet hat (ist mir noch nie passiert, kann aber mal vorkommen).

die Tinktur steht hell und bei konstanter Temperatur

Nach 3-4 Wochen sieht man, dass sich der Inhalt verändert hat. Die Flüssigkeit nimmt meist eine Farbe an und das Pflanzenmaterial wird (gerade bei Blüten und Blättern durchscheinend). Dann ist die Tinktur fertig. 

fast alle Farbe ist aus den Bärlauchblättern
in den Alkohol übergegangen

Sie wird dann nur noch durch ein sehr feines Tuch oder einen Kaffeefilter abgefiltert.
Die fertige Tinktur kommt sodann in ein dunkles Glas/Flasche und sollte zukünftig dunkel stehen.
Tinkturen sind grob 1 Jahr haltbar.
Bitte beachtet, dass man einige Tinkturen noch verdünnen muss, bevor man sie verwenden kann.


Abfiltern geht prima mit einem Trichter und Kaffeefilter



Meistens benötigt man nicht sehr viel, es ist also oft nicht nötig, mehrere Gläser anzusetzen. Macht lieber weniger und schaut, wie viel ihr in einem Jahr verbraucht.

die fertige Tinktur - auch hier wieder beschriften
und natürlich hatte ich kein dunkles Glas mehr -.-



Welcher Alkohol ist geeignet?
Das kommt immer ein bisschen darauf an, welche Tinktur man machen möchte. Um Harze zu lösen, braucht es hochprozentigen Alkohol von min. 70%.
Aber für gängige Blätter und Blüten, sowie die meisten Wurzeln, sind ~ 35% alc. sehr gut geeignet und ausreichend.
Wunderbar kann man einfachen Kornschnaps aus dem Supermarkt benutzen. Es ist für den Hausgebrauch nicht nötig, teuren Alkohol in der Apotheke zu kaufen und diesen dann ggf. noch selbst zu verdünnen.

Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Ausprobieren.