Die Vogelmiere


Die Vogelmiere ist eine ganz erstaunliche Pflanze. Von vielen unwissenden Gärtner als fürchterliches Unkraut abgetan, bekommt sie doch in letzter Zeit zumindest einen Teil der Aufmerksamkeit, die ihr zusteht. Da sie ganzjährig zu finden ist, also auch jetzt noch, möchte ich sie euch ein bisschen näher vorstellen. 
ein Bild der Vogelmiere von Ende November - ganz frisch und saftig

Die Vogelmiere ist in ganz Europa und durch ihre extreme Anpassungsfähigkeit auch im Rest der Welt zu finden. Sie hat einige Verwandte, wie zum Beispiel die Sternmiere. Da sie sehr gut zu bestimmen ist, eignet sie sich auch hervorragend für Einsteiger oder Kinder zum Sammeln.

Merkmale:

  • die Vogelmiere blüht fast ganzjährig mit kleinen weißen Blüten, sie haben meist 5 Blütenblätter die sehr tief eingeschnitten sind
  • am Stängel verläuft 1 Streifen kleiner, heller Härchen, der Rest ist unbehaart
  • zieht man den Stängel vorsichtig auseinander, verbleibt im Inneren ein Strang
  • die Blättchen sind gegenständig am Stiel angeordnet, leicht behaart und sehr delikat


     im Schatten sieht man sehr gut den einen Streifen Haare am Stängel

Verwechseln kann man die Vogelmiere mit anderen Mierenarten, Hornkräutern (nicht giftig, aber hart und nicht sehr geschmackvoll), dem Ehrenpreis (mit dem sie gern in Gesellschaft wächst, der auch ein wunderbares essbares Wildkraut ist) und dem Acker-Gauchheil (Blüten rot oder blau, leicht giftig).

Die Vogelmiere enthält als wichtigste Inhaltsstoffe Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen, Vitamine A, C und B. Da sie auch Saponine enthält, bitte nur in Maßen genießen.
Es empfiehlt sich, die Vogelmiere ausschließlich roh zu verzehren, da beim Erwärmen nicht viel von dem zarten Kraut übrig bleibt.
Da sie ganzjährig wächst, ist eine Vorratshaltung unnötig, allerdings kann man die Vogelmiere auch wunderbar auf dem Balkon oder Fensterbrett ziehen und hat so immer frisches Kraut vor Ort. 




Hier noch ein kleines aber sehr nützliches Rezept:

Vogelmierensalbe – bei Kinderekzemen und juckenden Ausschlägen

250g Olivenöl und 25g Bienenwachs erhitzen, so viel Vogelmiere dazugeben, dass sie gerade noch bedeckt ist. Das Ganze mehrere Stunden auf ganz kleiner Flamme köcheln lassen. Danach durch ein Tuch pressen und abfüllen.

Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Sammeln und vernaschen.

Wenn ihr mehr über Käuter und ihre Verwenung wissen möchtet, empfehle ich euch meine Seminare in Berlin.
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Eure Claudia